Krankenkasse für Familien: So senken Sie die Prämien spürbar

Aktualisiert: 28. März 2026 · Lesezeit: ca. 11 Minuten
Schweizer Familie plant Krankenkassenversicherung gemeinsam

Inhaltsverzeichnis

  1. Prämienbelastung für Schweizer Familien
  2. Kinderrabatte und Jugendtarife nutzen
  3. Franchise-Strategie für Eltern und Kinder
  4. Das richtige Versicherungsmodell wählen
  5. Prämienverbilligung beantragen
  6. Checkliste für Familien

Prämienbelastung für Schweizer Familien

Für eine vierköpfige Familie in der Schweiz summieren sich die Krankenkassenprämien rasch auf CHF 1'200 bis CHF 2'000 pro Monat – ein gewaltiger Posten im Haushaltsbudget. Besonders in städtischen Kantonen wie Zürich, Basel-Stadt oder Genf steigen die Kosten von Jahr zu Jahr merklich an.

Die gute Nachricht: Gerade Familien haben zahlreiche Hebel, um ihre Prämienkosten substanziell zu reduzieren. Von Kinderrabatten über die geschickte Franchise-Wahl bis hin zu alternativen Versicherungsmodellen existieren Sparmöglichkeiten, die viele Eltern noch nicht ausschöpfen.

Rechenbeispiel: Eine Familie mit zwei Kindern im Kanton Bern zahlt bei der teuersten Kasse rund CHF 1'680 monatlich. Durch den Wechsel zur günstigsten Kasse mit optimierter Franchise und Hausarztmodell sinken die Kosten auf etwa CHF 1'230 – eine Ersparnis von CHF 5'400 pro Jahr.

Kinderrabatte und Jugendtarife konsequent nutzen

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verpflichtet alle Kassen, für Kinder (0 bis 18 Jahre) und junge Erwachsene (19 bis 25 Jahre) reduzierte Prämien anzubieten. Doch die Höhe der Rabatte variiert erheblich zwischen den Anbietern.

Kinder müssen nicht bei derselben Kasse sein

Ein weit verbreiteter Irrtum besagt, dass die gesamte Familie bei derselben Krankenkasse versichert sein muss. Das stimmt nicht. Jedes Familienmitglied kann bei einer anderen Kasse versichert werden. Es lohnt sich daher, für Kinder separat nach dem besten Tarif zu suchen. Nutzen Sie dafür unseren Prämienrechner.

AlterskategorieDurchschnittsprämie/Mt.Günstigste Kasse/Mt.Sparpotenzial/Jahr
Kind (0–18)CHF 118CHF 82CHF 432
Junger Erwachsener (19–25)CHF 295CHF 215CHF 960
Erwachsener (ab 26)CHF 425CHF 320CHF 1'260

Richtwerte 2026, Kanton Bern, Standardmodell, Franchise CHF 300 (Erwachsene) bzw. CHF 0 (Kinder).

Geschwisterrabatte nicht vergessen

Diverse Krankenkassen gewähren zusätzliche Rabatte, wenn mehrere Kinder derselben Familie bei ihnen versichert sind. Diese Geschwisterrabatte werden nicht überall gleich kommuniziert – fragen Sie aktiv nach oder lesen Sie die Tarifblätter sorgfältig.

Franchise-Strategie für Eltern und Kinder

Für Kinder bis 18 Jahre beträgt die Franchise entweder CHF 0 oder bis zu CHF 600. Im Gegensatz zu Erwachsenen ist die Kinderfranchise auf maximal CHF 600 begrenzt.

Kinder: CHF 0 Franchise empfohlen

Bei Kindern empfiehlt sich in den meisten Fällen die Franchise von CHF 0. Kinder gehen regelmässig zum Kinderarzt (Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen), und die Prämienersparnis bei einer höheren Kinderfranchise ist vergleichsweise gering – oft nur CHF 10 bis CHF 20 monatlich.

Eltern: Individuelle Abwägung

Für gesunde Eltern ohne chronische Erkrankungen rechnet sich häufig die höchste Franchise von CHF 2'500. Eltern mit regelmässigem Medikamentenbezug fahren dagegen mit CHF 300 Franchise besser. Berechnen Sie die Gesamtkosten (Prämie + Franchise + Selbstbehalt) für beide Szenarien, um die optimale Wahl zu treffen.

Das richtige Versicherungsmodell wählen

Alternative Versicherungsmodelle bieten Prämienrabatte von 10 bis 25 Prozent gegenüber dem Standardmodell. Für Familien ist das besonders attraktiv, da der Rabatt für jedes Familienmitglied einzeln anfällt.

Hausarztmodell für die ganze Familie

Im Hausarztmodell verpflichten Sie sich, bei Beschwerden zunächst Ihren Hausarzt aufzusuchen. Dieser überweist Sie bei Bedarf an Spezialisten. Da die meisten Familien ohnehin einen festen Haus- und Kinderarzt haben, bedeutet dieses Modell in der Praxis kaum Einschränkungen – bei einer Ersparnis von rund 12 Prozent pro Person.

HMO für städtische Familien

In Städten und grösseren Agglomerationen stehen HMO-Gruppenpraxen zur Verfügung. Das HMO-Modell bietet die höchsten Rabatte (bis 25 %), eignet sich aber nur, wenn eine HMO-Praxis in akzeptabler Distanz existiert.

Telmed als flexible Alternative

Beim Telmed-Modell kontaktieren Sie bei gesundheitlichen Fragen zuerst eine telefonische Beratungsstelle. Diese entscheidet, ob ein Arztbesuch nötig ist. Für Familien, die digital versiert sind und selten akute Beschwerden haben, bietet Telmed eine pragmatische Lösung mit 10 bis 18 Prozent Prämienrabatt.

Prämienverbilligung für Familien beantragen

Familien mit niedrigem bis mittlerem Einkommen haben Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung (IPV). Die Einkommensgrenzen und Beiträge variieren stark nach Kanton.

Wer hat Anspruch?

Grundsätzlich gilt: Wenn die Krankenkassenprämien mehr als 8 bis 10 Prozent Ihres steuerbaren Einkommens ausmachen, haben Sie gute Chancen auf eine Prämienverbilligung. In vielen Kantonen werden Kinderprämien vollständig oder weitgehend durch die IPV gedeckt.

Antrag nicht vergessen

In den meisten Kantonen müssen Sie die Prämienverbilligung aktiv beantragen – sie wird nicht automatisch gewährt. Informieren Sie sich bei Ihrer kantonalen Ausgleichskasse oder Sozialversicherungsanstalt. Die Antragsfristen variieren: In einigen Kantonen müssen Sie den Antrag bis Ende März einreichen, in anderen läuft die Frist bis Ende September.

Checkliste: Prämien optimieren für Familien

  1. Jedes Familienmitglied einzeln vergleichen – Kinder, Jugendliche und Eltern haben unterschiedliche optimale Kassen.
  2. Geschwisterrabatte abklären – Manche Kassen gewähren zusätzliche Nachlässe ab dem zweiten Kind.
  3. Franchise pro Person optimieren – Kinder: CHF 0, gesunde Erwachsene: CHF 2'500, chronisch Kranke: CHF 300.
  4. Versicherungsmodell wählen – Hausarzt- oder HMO-Modell spart 10–25 % pro Person.
  5. Unfalldeckung prüfen – Beide Elternteile berufstätig? Unfalldeckung in der Kasse ausschliessen.
  6. Prämienverbilligung beantragen – Einkommensgrenzen jährlich prüfen, Antrag rechtzeitig einreichen.
  7. Jährlich neu vergleichen – Die günstigste Kasse von letztem Jahr ist nicht automatisch die günstigste dieses Jahr.

Kombinieren Sie diese Massnahmen konsequent, können Sie als Familie mehrere Tausend Franken pro Jahr einsparen. Starten Sie mit dem umfassenden Vergleichsguide und nutzen Sie unseren Prämienrechner für eine individuelle Berechnung.

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