Zahnbehandlungen, freie Spitalwahl, Einzelzimmer oder alternative Medizin: Die Zusatzversicherung schliesst Lücken der Grundversicherung. Doch nicht jeder Baustein lohnt sich für alle.
Die obligatorische Grundversicherung (OKP) unterliegt dem KVG und bietet einheitliche Leistungen mit Aufnahmepflicht. Zusatzversicherungen hingegen basieren auf dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Hier gelten völlig andere Regeln: Die Versicherer bestimmen die Leistungen selbst, können Prämien nach Alter und Geschlecht differenzieren und dürfen Anträge ablehnen.
Während Sie die Grundversicherung jährlich problemlos wechseln können, ist ein Wechsel der Zusatzversicherung mit Risiken verbunden. Ein neuer Versicherer kann eine Gesundheitsprüfung verlangen und Vorerkrankungen ausschliessen. Deshalb sollten Zusatzversicherungen wohlüberlegt und idealerweise frühzeitig abgeschlossen werden.
Die Zusatzversicherungen lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen:
Halbprivate oder private Abteilung, freie Spitalwahl schweizweit, Einzel- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung.
Beiträge an Brillen, Komplementärmedizin, Prävention, Fitness, Auslandsdeckung, Psychotherapie und Transport.
Beiträge an Zahnbehandlungen, Dentalhygiene, Kieferorthopädie und Zahnprothesen — meist mit jährlichen Limits.
Die Spitalzusatzversicherung gibt es in zwei Abstufungen: halbprivat (Zweibettzimmer, freie Arztwahl) und privat (Einzelzimmer, Chefarzt). Die Prämien steigen mit dem Alter deutlich an und können im höheren Alter mehrere Hundert Franken pro Monat betragen.
Ob sich eine Spitalzusatzversicherung lohnt, hängt von Ihren persönlichen Präferenzen ab. Medizinisch erhalten Sie in der allgemeinen Abteilung dieselbe Behandlungsqualität. Der Mehrwert liegt primär im Komfort — Einzelzimmer, kürzere Wartezeiten für Wahleingriffe und freie Spitalwahl über die Kantonsgrenzen hinaus.
Die ambulante Zusatzversicherung ist besonders vielseitig. Je nach Produkt umfasst sie Beiträge an:
Zahnbehandlungen gehören in der Schweiz zu den teuersten Gesundheitsausgaben, die nicht von der Grundversicherung gedeckt sind. Eine Zahnversicherung übernimmt typisch 50–80 % der Kosten bis zu einem Jahreslimit von CHF 1'000–5'000.
Der ideale Abschlusszeitpunkt ist im Kindes- oder Jugendalter, da dann keine Vorerkrankungen vorliegen und die Prämien tief sind. Erwachsene mit bestehenden Zahnproblemen haben es schwer, eine gute Zahnversicherung zu erhalten — viele Versicherer verlangen eine zahnärztliche Untersuchung und schliessen bestehende Schäden aus.
Anders als bei der Grundversicherung verlangen Zusatzversicherer eine Gesundheitserklärung. Dabei müssen Sie Fragen zu Vorerkrankungen, laufenden Behandlungen, Medikamenten und früheren Operationen beantworten. Basierend auf Ihren Antworten kann der Versicherer: