Die Wahl der richtigen Franchise ist nach dem Kassenwechsel die zweitwichtigste Entscheidung zur Prämiensenkung. Hier finden Sie alle Fakten, Tabellen und Berechnungsbeispiele.
Die Franchise bezeichnet den Betrag, den Sie pro Kalenderjahr selbst an Arzt- und Spitalkosten tragen, bevor Ihre Krankenkasse Leistungen übernimmt. Erst wenn Ihre Gesundheitskosten die Franchise übersteigen, zahlt die Kasse — abzüglich des Selbstbehalts von 10 % (maximal CHF 700 pro Jahr).
Das Prinzip dahinter: Eine höhere Franchise bedeutet ein grösseres finanzielles Eigenrisiko — dafür profitieren Sie von einer deutlich tieferen monatlichen Prämie. Die Franchise-Stufen sind gesetzlich festgelegt und gelten für alle Krankenkassen gleichermassen.
Erwachsene ab 26 Jahren können zwischen sechs Franchise-Stufen wählen. Jede Stufe bringt eine andere Prämienersparnis mit sich:
| Franchise | Prämienersparnis¹ | Max. Eigenkosten² | Break-Even³ | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| CHF 300 | — (Referenz) | CHF 1'000 | — | Ideal bei hohen Gesundheitskosten |
| CHF 500 | CHF 240/Jahr | CHF 1'200 | CHF 740 | Moderater Kompromiss |
| CHF 1'000 | CHF 600/Jahr | CHF 1'700 | CHF 1'400 | Für Wenigarztgänger |
| CHF 1'500 | CHF 960/Jahr | CHF 2'200 | CHF 1'840 | Gesunde junge Erwachsene |
| CHF 2'000 | CHF 1'260/Jahr | CHF 2'700 | CHF 2'240 | Sparbewusste mit Rücklagen |
| CHF 2'500 | CHF 1'540/Jahr | CHF 3'200 | CHF 2'640 | Maximale Ersparnis |
¹ Durchschnittswerte; variieren nach Kasse und Kanton. ² Franchise + max. Selbstbehalt CHF 700. ³ Arztkosten, ab denen die Minimalfranchise günstiger ist.
Die Faustregel ist einfach: Vergleichen Sie Ihre erwarteten Gesundheitskosten mit dem Break-Even-Punkt der jeweiligen Franchise-Stufe.
Berücksichtigen Sie dabei nicht nur laufende Kosten, sondern auch unerwartete Ereignisse. Wer die hohe Franchise wählt, sollte mindestens CHF 3'200 als Reserve auf dem Konto haben, um im Ernstfall die maximalen Eigenkosten decken zu können.
Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gelten tiefere Franchise-Stufen: CHF 0, CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 und CHF 600. Da Kinder in der Regel selten hohe Gesundheitskosten verursachen, wählen viele Eltern eine mittlere Stufe. Der maximale Selbstbehalt für Kinder beträgt CHF 350 statt CHF 700.
Junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren profitieren von reduzierten Prämien, können aber die regulären Erwachsenen-Franchise-Stufen wählen. Eine hohe Franchise lohnt sich hier besonders, da junge Personen statistisch die tiefsten Gesundheitskosten haben.
Diese Begriffe werden häufig verwechselt. Die Franchise ist der Fixbetrag, den Sie pro Jahr selbst tragen. Der Selbstbehalt beträgt 10 % der Kosten, die über der Franchise liegen — maximal CHF 700 pro Jahr (CHF 350 bei Kindern). Beide zusammen ergeben Ihre maximalen Eigenkosten.
Eine Änderung der Franchise ist jeweils per 1. Januar möglich. Eine Erhöhung können Sie bis Ende Dezember des Vorjahres beantragen. Eine Senkung muss hingegen bis Ende November mitgeteilt werden — analog zur Kündigungsfrist der Grundversicherung.
Viele Versicherte vergessen, dass sie ihre Franchise jährlich anpassen können. Prüfen Sie jedes Jahr im Herbst, ob Ihre Franchise noch zu Ihrer Lebenssituation passt — besonders nach Veränderungen wie Schwangerschaft, Unfall oder neuer Diagnose.